Jahreskontoauszug, Dividendenbericht, Flex Query oder 1042-S: welcher IBKR-Bericht welche Zahl für die Anlage KAP enthält
Interactive Brokers stellt keine Steuerbescheinigung aus, und eine Erträgnisaufstellung, wie sie eine inländische Bank zur Jahressteuerbescheinigung beilegt, gibt es dort nicht. Was es gibt, sind vier Berichte. Jeder enthält einen Teil der Zahlen, und keiner hat die Form, die die Anlage KAP braucht.
Diese Seite zeigt Zahl für Zahl, in welchem Bericht und in welchem Abschnitt sie steht, und was Sie daran noch umrechnen, zuordnen, trennen oder abwarten müssen.
Vier Berichte, vier Namen
Alle vier liegen im Client Portal unter Performance & Berichte. Die Seite Kontoauszüge hat dort die Reiter Kontoauszüge, Flex Queries und Steuerdokumente; die Handelsbestätigung daneben belegt ein einzelnes Geschäft und spielt für die Jahreszahlen keine Rolle.
Kontoauszug (Activity Statement)
Performance & Berichte > Kontoauszüge > Kontoauszug
Bestände, Transaktionen, Salden und Wertentwicklung für einen Zeitraum: täglich, monatlich, seit Monats- oder Jahresbeginn oder frei gewählt, als PDF oder CSV. In der Kopfzeile des PDF heißt er Umsatzübersicht. Der Auszug über ein abgeschlossenes Kalenderjahr ist der Jahreskontoauszug, den IBKRs Support-Seite zum Jahresende nennt.
Dividendenbericht (Dividend Report)
Performance & Berichte > Steuerdokumente
Alle Dividenden und Ausgleichszahlungen anstelle von Dividenden samt den darauf einbehaltenen Steuern, nach Ertragsart zusammengefasst, in der Basiswährung des Kontos. Nach IBKRs Angabe bekommt ihn jeder Kunde.
Flex Query (Activity Flex Query)
Performance & Berichte > Kontoauszüge > Flex Queries
Der einzige Bericht, bei dem Sie Abschnitte und Felder selbst wählen und jede Ausführung als eigene Zeile bekommen, als XML oder CSV. Das ist die Rechengrundlage; die Einrichtung steht in der Anleitung zur Flex Query.
Formular 1042-S (Form 1042-S)
Performance & Berichte > Steuerdokumente
Die US-Steuermeldung für Personen außerhalb der USA: Einkünfte aus US-Quellen (Zinsen, Dividenden, Ausgleichszahlungen anstelle von Dividenden) und die darauf einbehaltene US-Steuer. Je Einkommensart ein Code in Feld 1, der Betrag in Feld 2, der Steuersatz in Feld 3b, die einbehaltene Steuer in Feld 7. Nach IBKRs Angabe in der Regel bis Mitte März des Folgejahres; eine berichtigte Fassung ist möglich.
Was keiner der vier ist: eine Steuerbescheinigung nach amtlichem Muster, eine Verlustbescheinigung oder ein Verlusttopf. Warum nicht, steht auf der Seite Interactive Brokers und die deutsche Steuererklärung.
Welche Zahl steht wo
Die Übersicht; die Einzelheiten folgen unten in derselben Reihenfolge. Abschnitte und Spalten heißen so, wie der deutsche Kontoauszug sie druckt.
| Zahl | Wo sie steht | Was noch fehlt |
|---|---|---|
| Termingeschäfte (Futures) | Kontoauszug: Transaktionen, Spalte Realisierter G&V. Flex Query: fifoPnlRealized. | Umrechnung je Glattstellung; Gewinne und Verluste getrennt. |
| Gekaufte Optionen | Transaktionen mit den Codes C, Ep und Ex. Flex Query: Trades und Option EAE. | Verfall als Verlust; Ausübung ohne Termingeschäft. |
| Stillhalterprämien | Transaktionen: Erlös der Eröffnung (O), ein Saldo erst bei C, Ep oder A. | Prämie und Glattstellung nach Jahren getrennt. |
| Aktienverkäufe | Transaktionen, Gruppe Aktien; Lieferung aus Optionen mit Ex;O oder A;C zum Basispreis. | Gewinne und Verluste getrennt; die Haltefrist spielt keine Rolle. |
| Dividenden | Dividendenbericht; eigener Abschnitt im Kontoauszug; 1042-S Code 06. Flex Query: Cash Transactions. | Bruttobetrag je Zahltag in Euro; Fonds und Ausgleichszahlungen aussondern. |
| US-Quellensteuer | Dividendenbericht; 1042-S Feld 7; eigener Abschnitt im Kontoauszug. Flex Query: Cash Transactions. | Höchstens der Abkommenssatz; Umbuchungen bis März abwarten. |
| Guthabenzinsen | Kontoauszug: Zinsen; Cash-Bericht: Broker-Haben- und Sollzinsen. Flex Query: Cash Transactions. | Nur erhaltene Zinsen, nur einmal; Abgrenzung ist kein Zufluss. |
| Provisionen und Gebühren | Transaktionen: Prov./Gebühr, im G&V enthalten; Abschnitt Gebühren: Sonstige Gebühren. | Provisionen im Ergebnis, andere Gebühren nicht abziehbar. |
| Währung | Gesamtzeilen in Euro zum IBKR-Kurs des Handelstags. Flex Query: fxRateToBase. | Umrechnung je Geschäft; welcher Kurs, ist Konvention. |
| Zeitraum und Jahr | Periode in der Kopfzeile; Datum/Zeit auf jeder Zeile. | Handelstag bei Geschäften, Zahltag bei Erträgen. |
| Fonds und ETF | Informationen zum Finanzinstrument, Spalte Typ. | Gehören in die Anlage KAP-INV, nicht in die Anlage KAP. |
Zahl für Zahl
1. Termingeschäfte (Futures)
- Im Kontoauszug. Abschnitt Transaktionen (Trades), Gruppe Futures: eine Zeile je Ausführung mit Menge, T.-Kurs, Nennwert, Prov./Gebühr, Basis, Realisierter G&V, MTM-G&V und Code. Der realisierte G&V steht nur auf der schließenden Zeile (Code C), in der Handelswährung und nach Abzug der Provision; jede Gruppe endet mit einer Summe je Instrument und einer Gesamtzeile in Euro. Die "Übersicht zur realisierten und unrealisierten Performance" fasst je Symbol den ganzen Zeitraum zusammen und teilt in kurzfristig und langfristig (S/T, L/T), die US-Haltefrist, die für die Anlage KAP keine Rolle spielt. Der "Mark-to-Market-Performance-Überblick" und die Zeile "Cash Settling MTM" im Cash-Bericht zeigen die tägliche Bewertung und die täglichen Ausgleichszahlungen; das Ergebnis je Glattstellung steht dort nicht.
- In der Flex Query. Abschnitt Trades, Feld fifoPnlRealized auf der schließenden Zeile, in der Handelswährung.
- Was noch fehlt. Ein Ergebnis je Glattstellung oder Fälligkeit statt der Summe täglicher Ausgleichszahlungen (BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 36), die Umrechnung je Glattstellung zum Kurs des Tages (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG, Rn. 85) und die Trennung von Gewinnen und Verlusten, die der Vordruck verlangt. Weiterlesen: Futures in der Steuererklärung.
2. Gekaufte Optionen
- Im Kontoauszug. Transaktionen, Gruppen "Aktien- und Indexoptionen" und "Optionen auf Futures". Wie eine Position endete, sagt der Code: C für die Schlusstransaktion (Verkauf oder Barausgleich), Ep "Resultierte aus einer abgelaufenen Position" für den Verfall, Ex für die Ausübung. Einen eigenen Abschnitt für Ausübungen und Verfälle hat der Kontoauszug nicht; eine Ausübung erscheint als zwei Zeilen, die Option mit C;Ex und Kurs 0, die gelieferte Aktie mit Ex;O zum Basispreis.
- In der Flex Query. Trades und der Abschnitt Option Exercises, Assignments and Expirations; ohne ihn bleibt eine verfallene Option offen (siehe die Anleitung zur Flex Query).
- Was noch fehlt. Der wertlose Verfall ist ein Verlust in Höhe der Prämie (BFH IX R 48/14; BMF Rn. 27 und 32). Die Ausübung mit Lieferung ist kein Termingeschäft: Die Prämie gehört zum Aktiengeschäft (Rn. 22 und 29), während der Kontoauszug auf der Optionszeile eine Null zeigt. Weiterlesen: Verlustverrechnung bei Optionen.
3. Stillhalterprämien
- Im Kontoauszug. Die Prämie ist der Erlös der eröffnenden Verkaufszeile (Code O, negative Menge) in den Transaktionen. Einen realisierten G&V zeigt der Auszug erst auf der schließenden Zeile, bei Rückkauf (C), Verfall (Ep) oder Zuteilung (A, im Code-Schlüssel "Zuordnung"), und zwar als Saldo aus Prämie und Glattstellung.
- In der Flex Query. Trades mit Eröffnung und Schließung als eigene Zeilen; Verfall und Zuteilung im Abschnitt Option EAE.
- Was noch fehlt. Die Prämie zählt im Jahr des Zuflusses (§ 20 Abs. 1 Nr. 11, § 11 Abs. 1 EStG), die Glattstellungsprämie im Jahr ihrer Zahlung. Liegen beide in verschiedenen Jahren, kennt der Saldo des Auszugs diese Trennung nicht. Bei einer Zuteilung mit Lieferung bleibt die Prämie Stillhalterprämie, und die Aktie wechselt zum Basispreis den Besitzer (Rn. 26 und 33). Weiterlesen: Verlustverrechnung bei Optionen.
4. Aktienverkäufe
- Im Kontoauszug. Transaktionen, Gruppe Aktien, der realisierte G&V auf der schließenden Zeile. IBKR ordnet nach FIFO "oder auf Basis der spezifischen Steuererfassungsmethode, die Sie für Ihr Konto ausgewählt haben"; wer im Tax Optimizer eine andere Methode gewählt hat, dessen Auszug rechnet anders als FIFO. Kommt die Aktie aus einer Option, trägt die Zeile Ex;O (Kauf durch Ausübung) oder A;C (Lieferung durch Zuteilung), und der T.-Kurs ist der Basispreis.
- In der Flex Query. Trades.
- Was noch fehlt. Der Gewinn ist der Erlös abzüglich der unmittelbar zusammenhängenden Aufwendungen und der Anschaffungskosten (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG); für Wertpapiere in Sammelverwahrung gilt FIFO kraft Gesetzes (§ 20 Abs. 4 Satz 7 EStG). Verluste aus Aktien stehen gesondert, weil sie nur mit Gewinnen aus Aktien verrechenbar sind (§ 20 Abs. 6 Satz 4 EStG); die Spalten S/T und L/T spielen keine Rolle. Bei Klyris sind die Aktienzeilen neu und noch nicht fachlich eingeschätzt.
5. Dividenden
- Im Kontoauszug. Ein eigener Abschnitt für Dividenden, je Währung mit Summe in der Basiswährung; er erscheint nur, wenn im Zeitraum eine gezahlt wurde.
- Im Dividendenbericht und auf der 1042-S. Der Dividendenbericht führt alle Dividenden und Ausgleichszahlungen anstelle von Dividenden mit den einbehaltenen Steuern, nach Ertragsart, in der Basiswährung. Die 1042-S zeigt US-Dividenden unter Code 06 und Ausgleichszahlungen unter Code 34, in US-Dollar.
- In der Flex Query. Cash Transactions, Typ Dividends; Ausgleichszahlungen als eigener Typ Payment In Lieu Of Dividends.
- Was noch fehlt. Der Bruttobetrag je Zahltag in Euro (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG; Zufluss am Zahltag, § 11 Abs. 1 und § 44 Abs. 2 EStG), und drei Aussonderungen: Ausschüttungen von Fonds und ETF gehören in die Anlage KAP-INV (§ 16 Abs. 1 InvStG); Dividenden deutscher Aktien kommen auch im Auslandsdepot schon um deutsche Kapitalertragsteuer gekürzt an (§ 44 Abs. 1 Satz 4 Nr. 3 EStG) und sind keine Erträge ohne Steuerabzug; eine Ausgleichszahlung anstelle einer Dividende ist eine eigene Zeile und keine Dividende, Klyris weist sie gesondert aus und ordnet sie nicht zu. Weiterlesen: Interactive Brokers und die deutsche Steuererklärung.
6. US-Quellensteuer
- Im Kontoauszug. Ein eigener Abschnitt für die Quellensteuer je Zahlung, ebenfalls nur, wenn es eine gab.
- Im Dividendenbericht und auf der 1042-S. Der Dividendenbericht nennt den Steuerabzug je Zahlung. Die 1042-S ist das Formular des US-Abzugspflichtigen über die einbehaltene Steuer: je Einkommensart der Satz in Feld 3b und der Betrag in Feld 7, in US-Dollar. IBKR stellt sie nach eigener Angabe in der Regel bis Mitte März bereit und gibt eine berichtigte Fassung heraus, wenn ein Emittent seine Ausschüttung nachträglich neu einordnet.
- In der Flex Query. Cash Transactions, Typ Withholding Tax; Umbuchungen stehen als eigene Zeilen dabei.
- Was noch fehlt. Anrechenbar ist höchstens die Steuer, die nach dem Abkommen bleibt, bei US-Dividenden 15 Prozent (Art. 10 Abs. 2 Buchst. b DBA-USA, § 32d Abs. 5 EStG, BMF Rn. 148); mehr einbehaltene Steuer ist in den USA zurückzufordern. Umbuchungen nach dem Jahresende tauchen in Exporten bis in den März des Folgejahres auf; wer die Zahl vorher abgibt, vergleicht sie später mit der 1042-S.
7. Guthabenzinsen
- Im Kontoauszug. Abschnitt Zinsen: je Währung und Monat eine Zeile (Habenzinsen oder Sollzinsen für den Monat) mit Summe in Euro; im Cash-Bericht die Zeile "Broker-Haben- und Sollzinsen". Der Abschnitt "Aufgelaufene Zinsen" ist ein Abgrenzungsposten (Anfangssaldo, aufgelaufene Zinsen, Umwandlung, Endsaldo): IBKR grenzt täglich ab und löst die Abgrenzung mit der Monatsbuchung wieder auf; ein Zufluss ist das nicht.
- In der Flex Query. Cash Transactions, Typ Broker Interest Received; gezahlte Zinsen als Broker Interest Paid.
- Was noch fehlt. Nur erhaltene Zinsen sind Einnahmen (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG), mit Zufluss am Buchungstag; gezahlte Sollzinsen mindern sie nicht (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG). Führt der Flex-Export dieselbe Gutschrift als Einzelbuchung und als Zusammenfassung, zählt nur eine Ebene. Weiterlesen: Anlage KAP selbst gerechnet, Prüfung 5.
8. Provisionen und Gebühren
- Im Kontoauszug. Die Spalte Prov./Gebühr in den Transaktionen; im realisierten G&V ist sie schon enthalten, im Mark-to-Market-Überblick steht sie als eigene Spalte daneben. Der Abschnitt Gebühren führt unter "Sonstige Gebühren" Marktdaten und Ähnliches, der Cash-Bericht dazu die Zeilen "Sonstige Gebühren" und "Umsatzsteuer".
- In der Flex Query. ibCommission auf jeder Zeile der Trades; die sonstigen Gebühren stehen in den Cash Transactions.
- Was noch fehlt. Provisionen gehören zum Ergebnis des Geschäfts, bei Termingeschäften als unmittelbar zusammenhängende Aufwendungen (§ 20 Abs. 4 Satz 1 und 5 EStG). Alles andere sind Werbungskosten, und die sind bei Kapitalerträgen nicht abziehbar (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG, BMF Rn. 150).
9. Währung
- Im Kontoauszug. Jede Gruppe der Transaktionen endet mit einer Gesamtzeile in Euro, umgerechnet mit IBKRs eigenem Kurs des jeweiligen Handelstags. Bestände und Salden (Nettovermögenswert, Devisenpositionen) stehen zum Kurs am Ende des Zeitraums. Die Zeile "Gewinn/Verlust aus der Bardevisenumwandlung" im Cash-Bericht ist die Umrechnungsdifferenz der Salden zwischen zwei Stichtagen und keine Einnahme. Wie Fremdwährungsguthaben selbst zu behandeln sind, ist eine eigene Frage, die diese Seite nicht beantwortet.
- In der Flex Query. fxRateToBase auf jeder Zeile, der IBKR-Kurs; der Abschnitt Conversion Rates ist optional.
- Was noch fehlt. Die Umrechnung je Geschäft zum Kurs seines Tages (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG, BMF Rn. 85). Welcher Kurs, ist Konvention: Rn. 247 nennt den Devisenbriefkurs, bindet damit aber die inländische auszahlende Stelle. Klyris nimmt den EZB-Referenzkurs des Tages und nennt ihn auf jeder Zeile. Weiterlesen: Futures in der Steuererklärung, Abschnitt Währung.
10. Zeitraum und Jahr
- Im Kontoauszug. Der Zeitraum steht in der Kopfzeile. Für ein abgeschlossenes Jahr ist es der Jahreskontoauszug über das Kalenderjahr, im laufenden Jahr die Periode "Seit Jahresbeginn". Jede Zeile trägt Datum und Zeit des Handelstags. Dividendenbericht und 1042-S gelten je Kalenderjahr.
- In der Flex Query. Den Zeitraum wählen Sie selbst, und er muss bis vor die Eröffnung der ältesten Position reichen, die Sie im Steuerjahr geschlossen haben.
- Was noch fehlt. Die Zuordnung zum Jahr: bei Geschäften der Handelstag (BMF Rn. 85, der Tag des obligatorischen Rechtsgeschäfts), bei Dividenden und Zinsen der Zahltag (§ 11 Abs. 1 EStG). Ein Verkauf am 30. Dezember gehört ins alte Jahr, auch wenn die Abrechnung erst im Januar liegt. Weiterlesen: IBKR Flex Query einrichten, Abschnitt Zeitraum.
11. Fonds und ETF
- Im Kontoauszug. Der Abschnitt "Informationen zum Finanzinstrument" nennt zu jeder Aktie und jedem Fonds die ISIN und den Typ, etwa COMMON, ETF, ADR oder REIT. Der Dividendenabschnitt und der Dividendenbericht trennen nicht nach deutschem Recht.
- In der Flex Query. Financial Instrument Information mit subCategory.
- Was noch fehlt. Erträge und Veräußerungen von Fonds und ETF gehören in die Anlage KAP-INV (§ 16 Abs. 1 InvStG); Klyris rechnet sie nicht. Weiterlesen: Interactive Brokers und die deutsche Steuererklärung.
Umrechnen, zuordnen, trennen, abwarten
Die Spalte "Was noch fehlt" hat vier Muster. Sie gelten für jede Rechnung, die aus einem der Berichte entsteht, auch für eine aus Klyris.
- Umrechnen. Der Kontoauszug rechnet in Euro um, aber mit dem Kurs des Brokers und je Gruppe als Summe. Die Anlage KAP braucht jeden Vorgang einzeln zum Kurs seines Tages, mit einem Kurs, den Sie benennen können.
- Zuordnen. Zum Jahr (Handelstag, Zahltag) und zur Ertragsart: Aktie oder Fonds, Dividende oder Ausgleichszahlung, erhaltener oder gezahlter Zins. Der Auszug sortiert nach Vermögenswertkategorie und Währung, nicht nach § 20 EStG.
- Trennen. Gewinne von Verlusten, bei Stillhaltern die Prämie von der Glattstellung, bei Aktien die Verluste von den übrigen; der Auszug zeigt dafür nur Salden.
- Abwarten. US-Quellensteuer wird nach dem Jahresende umgebucht, wenn Emittenten ihre Ausschüttungen neu einordnen. Die 1042-S kommt im März und kann danach noch berichtigt werden.
Was Klyris davon liest
Klyris liest den Flex-Export, nicht den Kontoauszug: Nur dort steht jede Ausführung mit festen Feldnamen, der Kontraktgröße, der Handelswährung und dem realisierten Ergebnis des Brokers in derselben Zeile. Der Kontoauszug dient als Gegenprobe: Klyris hält jede Glattstellung in der Handelswährung gegen das realisierte Ergebnis, das der Broker selbst ausweist, und wenn die Summe je Instrument stimmt, stimmt auch die Paarung von Eröffnung und Schließung. Eröffnung und Schließung paart Klyris selbst nach FIFO und nennt das als Konvention; die Zuordnungsmethode Ihres Kontos ändert daran nichts. Die Euro-Zahl weicht vom Auszug um die Differenz zwischen IBKR-Kurs und EZB-Referenzkurs ab, und jede Zeile nennt den Kurs, mit dem sie gerechnet wurde.
Am ausgereiftesten für Termin- und Stillhaltergeschäfte, also Futures und Optionen. Aktienveräußerungen, Dividenden, Guthabenzinsen und anrechenbare US-Quellensteuer rechnet Klyris mit, noch nicht fachlich eingeschätzt. Fonds (Anlage KAP-INV) sind nicht enthalten.
Legen Sie Ihren Flex-Export in der Live-Vorschau ab und halten Sie die Summen je Instrument gegen die Transaktionen Ihres Kontoauszugs, in der Handelswährung. Die Datei bleibt auf Ihrem Gerät.
Zur Live-VorschauLassen Sie Ihren Export von Interactive Brokers rechnen
Für Ihre eigene Datei zeigt die Live-Vorschau die vollständige Berechnung und die centgenaue Abstimmung; die Dokumente sind am Beispiel frei herunterladbar. Klyris ist keine Steuerberatung, die Verantwortung für Ihre Erklärung bleibt bei Ihnen.
Klyris kostet 249 € je Steuerjahr. Derzeit gebe ich 10 Plätze kostenfrei ab, für ein Steuerjahr Ihrer Wahl. Im Gegenzug wünsche ich mir eine Rückmeldung. Tragen Sie sich ein, dann melde ich mich persönlich.
Rechtsgrundlagen
Die Grundlagen zum Nachlesen. Die Angaben beziehen sich auf Kapitalvermögen im Privatvermögen.
- § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1, Nr. 7 und Nr. 11 EStG
- Dividenden, Zinsen und Stillhalterprämien als Einkünfte aus Kapitalvermögen; im Glattstellungsgeschäft gezahlte Prämien für Zahlungen ab dem Veranlagungszeitraum 2024 im Zahlungsjahr als negative Einnahmen.
- § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3 Buchst. a EStG
- Der Gewinn aus der Veräußerung von Aktien (Nr. 1) und aus Termingeschäften (Nr. 3 Buchst. a, Differenzausgleich).
- § 20 Abs. 4 Satz 1, Satz 5 und Satz 7 EStG
- Gewinnermittlung. Erlös und Anschaffungskosten werden je zum Zeitpunkt ihres Geschäfts in Euro umgerechnet; bei Termingeschäften ist der Gewinn der Differenzausgleich abzüglich der unmittelbar zusammenhängenden Aufwendungen. Die FIFO-Fiktion in Satz 7 gilt nur für Wertpapiere in Sammelverwahrung; bei Futures und Optionen ist FIFO eine Konvention, die Klyris anwendet und benennt.
- § 20 Abs. 6 Satz 4 EStG
- Verluste aus der Veräußerung von Aktien dürfen nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien ausgeglichen werden; deshalb stehen sie gesondert.
- § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG
- Kein Abzug tatsächlicher Werbungskosten. Laufende Gebühren, Marktdaten, Soll- und Marginzinsen mindern die Erträge nicht (BMF vom 14.05.2025, Rn. 150).
- § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG; § 44 Abs. 2 EStG
- Zufluss im Kalenderjahr der Zahlung. Bei Dividenden, die über eine Brokerkette ankommen, ist das praktisch der Zahltag; so rechnet Klyris und sagt es dazu.
- § 44 Abs. 1 Satz 4 Nr. 3 EStG i.V.m. § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG
- Dividenden girosammelverwahrter deutscher Aktien kürzt schon die inländische Wertpapiersammelbank um Kapitalertragsteuer, auch wenn das Depot im Ausland liegt. Sie sind keine Kapitalerträge ohne Steuerabzug.
- § 32d Abs. 5 EStG
- Anrechnung ausländischer Steuer in der Veranlagung: die festgesetzte und gezahlte, um einen Ermäßigungsanspruch gekürzte ausländische Steuer, höchstens 25 Prozent des einzelnen Kapitalertrags.
- Art. 10 Abs. 2 Buchst. b DBA-USA
- US-Quellensteuer auf Portfoliodividenden höchstens 15 Prozent; mehr einbehaltene Steuer ist nicht anrechenbar, sondern in den USA zurückzufordern.
- § 16 Abs. 1 InvStG
- Erträge aus Investmentfonds und den meisten ETF sind Investmenterträge und gehören in die Anlage KAP-INV, nicht zu den Dividenden.
- § 68b EStDV
- Die Höhe ausländischer Einkünfte und die Festsetzung und Zahlung ausländischer Steuern sind durch Urkunden nachzuweisen; für fremdsprachige Urkunden kann eine beglaubigte Übersetzung verlangt werden.
- BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Einzelfragen zur Abgeltungsteuer (BStBl 2025 I S. 1330)
- Rn. 22, 26, 29 und 33: Ausübung und Zuteilung mit Lieferung. Rn. 27 und 32: wertloser Verfall. Rn. 36: Futures als ein Differenzausgleich bei Glattstellung oder Fälligkeit, keine tägliche Besteuerung der Ausgleichszahlungen. Rn. 85: Umrechnung zum Handelstag. Rn. 148: Anrechnung je einzelnem Ertrag. Rn. 150: Werbungskosten. Rn. 247: Devisenbriefkurs für den inländischen Steuerabzug; der EZB-Referenzkurs ist eine Klyris-Konvention.
- BFH, Urteil vom 12.01.2016, IX R 48/14 (BStBl II 2016, 456)
- Der wertlose Verfall einer gekauften Option führt zu einem Verlust aus einem Termingeschäft; die Prämie ist abziehbar.
Quellen bei Interactive Brokers (Stand Oktober 2026)
- Interactive Brokers, "Steuerinformationen und Steuermeldung: Berichte zum Jahresende" (Jahreskontoauszug, Dividendenbericht)
- Interactive Brokers, "Steuerformulare zum Jahresende" (Formular 1042-S und seine Codes)
- Interactive Brokers, Knowledge Base: "Availability of Form 1042-S" und "Amended Form 1042-S" (Bereitstellung bis Mitte März, berichtigte Fassungen)
- Interactive Brokers, "Statements Webinar Notes" (Mark-to-Market gegen FIFO, Umrechnung, Zinsabgrenzung)
- Interactive Brokers, "Activity Flex Query Reference" (Abschnitte und Felder der Flex Query)
- Der Code-Schlüssel steht am Ende jedes Kontoauszugs im Abschnitt Codes.
Klyris is a software tool, not tax advice.
Diese Seite beschreibt die Berichte des Brokers und die allgemeine Rechtslage, Rechtsstand Oktober 2026, nicht Ihre persönliche steuerliche Situation. Namen und Menüs im Client Portal ändert der Broker gelegentlich. Wie ein einzelnes Geschäft bei Ihnen einzuordnen ist, hängt vom Einzelfall ab. Im Zweifel besprechen Sie das mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.