Klyris / Für Steuerberater
Für Steuerberater: was das Klyris-Dossier Ihres Mandanten enthält und was es belegt
Ihr Mandant handelt Futures oder Optionen über Interactive Brokers und legt Ihnen ein Klyris-Dossier vor. Der Broker behält keine Abgeltungsteuer ein und stellt keine Steuerbescheinigung aus; das Dossier tritt an die Stelle dessen, was eine inländische Bank liefern würde, mit einem Unterschied: Es zeigt zu jeder Zahl den Rechenweg und benennt jede Konvention mit ihrer Fundstelle.
Klyris ist ein Softwarewerkzeug, keine Steuerberatung. Die Einordnung des Einzelfalls bleibt bei Ihnen; das Dossier ist so gebaut, dass Sie prüfen können, statt zu klassifizieren.
Was im Dossier steht
Das Steuerberater-Dossier ist ein PDF, das der Mandant auf seinem eigenen Gerät erzeugt hat; die Berechnung läuft im Browser, die Exportdatei des Brokers verlässt das Gerät nicht. Es hat diese Abschnitte, in dieser Reihenfolge:
- Kopf
- Das IBKR-Konto, Erstellungsdatum und Engine-Version, eine Prüfsumme der Eingabedatei, das Regelwerk mit seinem Stand, der Stand der EZB-Kurse und eine Prüfsumme der angewandten Kurse. Darunter steht der Abgleichcode: eine Zeile mit Version, Regelwerk, Steuerjahr und Prüfsummen von Eingabe und Ergebnis. Dieselbe Datei ergibt mit derselben Version dieselben Werte; die Prüfsummen unterscheiden diese Fassung von jeder späteren.
- Zweck
- Wofür das Dokument da ist: die berechneten Kapitalerträge für die Anlage KAP des Jahres, zur Prüfung und Freigabe durch Sie.
- Methodik
- Jede angewandte Konvention mit ihrer Rechtsgrundlage: EStG, BMF-Schreiben, BFH. Was eine Konvention ist und keine Vorschrift, steht als solche da.
- Anlage-KAP-Werte
- Die Summen in Euro: Gewinne und Verluste aus Termingeschäften, Stillhalterprämien, übrige Positionen.
- Zuordnung zu den Zeilen
- Die Werte auf den Zeilen und Kennzahlen des Veranlagungszeitraums, abgeglichen gegen den amtlichen Vordruck; wo der Vordruck noch nicht vorliegt, sagt das Dokument es.
- Rechtsgrundlagen
- Die Fundstellen der Methodik als Liste, mit Quelle.
- Umfang und Abgrenzung
- Was aus dem Export bewusst nicht bewertet wurde, mit Benennung: andere Instrumentenkategorien, Fonds, offene Positionen zum Stichtag als Bestand.
- Belege
- Jede realisierte Position als Zeile im selben PDF: Instrument, Kategorie, Menge, Eröffnung und Schließung je mit Datum, Preis und EZB-Kurs, Methode, die Transaktionsnummern des Brokers, Zeile und Euro-Beitrag zum Jahr. Jede Zeile lässt sich auf den Roh-Export zurückführen, und die Zeilen summieren sich zu den Werten.
- Bitte um fachliche Bestätigung
- Die sechs Konventionen unten zum Bestätigen oder Korrigieren, dazu ein Freigabefeld mit Steuerberater/in, Datum, Mandant, IBKR-Konto, Veranlagungszeitraum und Unterschrift, und der Verweis auf diese Seite.
Was das Dossier belegt und was nicht
Belegt ist die Arithmetik. Jede Position ist bis auf die Broker-Zeile hergeleitet, die Positionen summieren sich zu den Werten, und das Ergebnis jeder Glattstellung ist in Kontowährung gegen das realisierte Ergebnis abgestimmt, das der Broker im selben Export selbst ausweist. Geht diese Abstimmung nicht auf, steht das als Warnung im Dokument, mit der Zahl der betroffenen Geschäfte und dem Grund (fehlende Eröffnung in der Datei oder abweichendes Ergebnis), und die Werte gelten dann als nicht belastbar. Dieselbe Datei ergibt mit derselben Engine-Version jedes Mal dieselben Werte; Version und Prüfsummen stehen auf dem Dokument, damit Sie eine spätere Fassung von dieser unterscheiden können.
Nicht belegt sind die steuerlichen Konventionen. Ob ein Future zum Glattstellungstag umzurechnen ist, ob der EZB-Referenzkurs an die Stelle des Devisenbriefkurses treten darf, in welchem Jahr eine Stillhalterprämie steht: Das sind Entscheidungen, die das Dossier benennt und mit Fundstelle begründet, aber nicht für Sie trifft. Genau dort beginnt Ihre Arbeit, und dafür gibt es den Abschnitt "Bitte um fachliche Bestätigung".
Extern eingeschätzt: Eine auf Termingeschäfte spezialisierte Steuerberatungskanzlei hat die steuerlichen Konventionen fachlich eingeschätzt (Termin- und Stillhaltergeschäfte, ab Veranlagungszeitraum 2024, Rechtsstand nach dem JStG 2024). Das betrifft die Methode, nicht die Software und nicht die einzelnen Zahlen. Es ist kein Produkttestat und keine Freigabe der Software; das Dossier sagt das an derselben Stelle selbst.
Wie Sie es in einer Viertelstunde prüfen
- Provenienz und Umfang. Welches Konto, welcher Veranlagungszeitraum, welche Version, und was der Abschnitt "Umfang und Abgrenzung" ausdrücklich nicht bewertet hat. Steht dort etwas, das für den Mandanten wesentlich ist, gehört es in Ihre eigene Rechnung.
- Abstimmung. Das Dokument sagt, ob die Positionen mit den Werten und mit dem Broker auf den Cent übereinstimmen. Wenn nicht, nennt es die Zahl der betroffenen Geschäfte und den Grund; die häufigste Ursache ist ein Export, der die Eröffnung einer im Steuerjahr geschlossenen Position nicht enthält.
- Warnungen. Lang gehaltene Positionen mit deutlicher Kursbewegung, Futures-Buchungen zum Preis 0 ohne Vermerk zu Verfall, Zuteilung oder Ausübung, Kurse, die nicht von der EZB stammen: Jede Warnung erreicht jedes Dokument, mit der betroffenen Zeile und ihrem Anteil am Ergebnis. Die Werte bleiben stehen; die Entscheidung ist Ihre.
- Die sechs Konventionen. Bestätigen oder korrigieren, jede mit ihrer Fundstelle:
- Realisierungs- und Umrechnungszeitpunkt bei Futures
- Netto-Differenzausgleich, einmal umgerechnet zum Glattstellungstag (§ 20 Abs. 4 Satz 5 EStG; BMF-Schreiben vom 14.05.2025, Rn. 36 und 85). Die Alternative, jede tägliche Ausgleichszahlung einzeln, ist im Dossier benannt.
- Stillhalterprämien
- Erfassung im Jahr der Vereinnahmung, die Glattstellung als negative Einnahme im Jahr der Zahlung, ab VZ 2024 (§ 20 Abs. 1 Nr. 11 EStG, § 11 Abs. 1 EStG).
- Währungsumrechnung
- EZB-Referenzkurs je Transaktionstag statt des Devisenbriefkurses, den die Verwaltung für den Steuerabzug nennt (BMF Rn. 247). Das Dossier weist diese Abweichung aus; wo ein EZB-Kurs fehlte und ein Kurs des Brokers einsprang, sagt es das dazu.
- Verlustverrechnung
- Kein 20.000-Euro-Höchstbetrag mehr (Jahressteuergesetz 2024, § 52 Abs. 28 Satz 25 EStG); Abziehbarkeit nur innerhalb der Kapitaleinkünfte (§ 20 Abs. 6 Satz 1 EStG).
- Zuordnung zu den Zeilen der Anlage KAP
- Je Veranlagungszeitraum, abgeglichen gegen die amtlichen Vordrucke für VZ 2024 und VZ 2025, mit den Änderungen ab VZ 2025 nach dem JStG 2024.
- Rundung
- Volle Euro je Zeile bei der Übertragung in die Anlage KAP; die Herleitung rechnet mit voller Genauigkeit und rundet erst die Summe.
- Freigabe. Das Feld am Ende des Abschnitts. Eine korrigierte Konvention ist die Rückmeldung, die Klyris am meisten nützt; die Adresse steht unten.
Wenn Sie die Datei des Mandanten selbst durchlaufen lassen wollen: Die Seite "Dokument abgleichen" rechnet sie im Browser und ohne Anmeldung mit der Engine-Version nach, die im Abgleichcode des Dossiers steht, und zeigt, ob das Ergebnis dem Code entspricht. Die Datei verlässt das Gerät nicht.
Wo Klyris aufhört
- Termin- und Stillhaltergeschäfte sind der Kern. Futures als Differenzausgleich, gekaufte Optionen bei Verkauf, Verfall und Barausgleich, Stillhalterprämien mit Glattstellung. Bei einer Ausübung oder Zuteilung mit Lieferung bucht Klyris kein Termingeschäft: Die gelieferte Aktie setzt es zum Basispreis an (BMF Rn. 26 und 33), die Prämie der ausgeübten Option rechnet es in das Aktiengeschäft ein (Rn. 22 und 29) und weist den Betrag auf der Zeile des Basiswerts aus; lässt sich die Lieferung im Export nicht eindeutig zuordnen, nennt es den Betrag zum Nachtragen. Aktienverkäufe stehen in den Zeilen 20 und 23, wenn der Export die Aktie als Stammaktie belegt; alle anderen STK-Positionen und Fondsanteile bleiben benannt im Topf "übrige Erträge".
- Nicht Gegenstand der Einschätzung: die Aktienzeilen 20 und 23 mit Zuteilung zum Basispreis und Prämie bei Ausübung, Dividenden, Zinsen, ausländische Quellensteuer und Fonds (Anlage KAP-INV). Weist ein Dossier solche Werte aus, sagt es an derselben Stelle, dass die Einschätzung sie nicht umfasst.
- Altjahre vor 2024. Die Termingeschäfte werden gerechnet, die vor 2024 geltende Behandlung der Stillhaltergeschäfte (BFH VIII R 27/21) ist nicht modelliert, und die Zeilen sind erst ab VZ 2024 gegen den Vordruck abgeglichen. Das steht im Ergebnis selbst.
- Keine Beratung, kein Einzelfall. Klyris kennt weder die übrigen Kapitalerträge des Mandanten noch seinen Bescheid. Ob ein Verlust verrechnet wird und ob ein früheres Jahr noch offen ist, entscheidet sich außerhalb des Dossiers.
Zusammenarbeit, und warum dabei kein Geld fließt
§ 9 StBerG verbietet es, für die Vermittlung von Aufträgen einen Teil der Gebühren oder sonstige Vorteile zu gewähren oder anzunehmen. Klyris hält sich daran ohne Ausnahme: Es zahlt keiner Kanzlei etwas, es nimmt von keiner Kanzlei etwas, und es nennt keine Kanzlei öffentlich. Ihr Mandant beauftragt und bezahlt Sie direkt; Klyris hat mit diesem Auftrag nichts zu tun.
Was Klyris von Ihnen möchte, ist eine Rückmeldung, wenn eine Konvention nicht trägt. Was Sie von Klyris haben: Mandanten, die mit einem prüfbaren Dokument kommen statt mit einem Kontoauszug in Fremdwährung, und die Rechtsgrundlage jeder Konvention neben der Zahl. Wenn Sie mehrere Mandanten mit Depots bei ausländischen Brokern betreuen und etwas brauchen, das es noch nicht gibt, schreiben Sie mir. Klyris ist ein Ein-Personen-Betrieb: Ihre Nachricht landet direkt bei mir, und was als Nächstes kommt, entscheide ich selbst.
E-Mail:
Klyris is a software tool, not tax advice.
Diese Seite beschreibt das Dokument und die Arbeitsweise von Klyris mit Stand September 2026. Sie ist keine Aussage zur steuerlichen Situation eines einzelnen Mandanten; die Einordnung des Einzelfalls bleibt bei der Steuerberaterin oder dem Steuerberater.